Drei Tage voller Herzlichkeit und gelebter Freundschaft 

Partnerschaftsbesuch in Jenesien

Vom 10. bis 12. Juli 2026 machte sich eine 71-köpfige Delegation aus Feldkirchen-Westerham auf den Weg zu unserer Südtiroler Partnergemeinde Jenesien. Drei Tage lang standen Begegnungen, Gastfreundschaft, Kultur und viele persönliche Gespräche im Mittelpunkt – und einmal mehr wurde deutlich, wie lebendig unsere seit 1990 bestehende Partnerschaft bis heute ist.

Gemeinsam auf dem Weg nach Südtirol

Bereits am Freitagmorgen herrschte am Rathaus reges Treiben. Koffer und Gastgeschenke wurden eingeladen, bevor der Reisebus gegen 9:10 Uhr Richtung Südtirol aufbrach. Insgesamt machten sich 71 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Weg, davon 47 gemeinsam mit dem Reisebus, die übrigen reisten privat an.

Mit dabei waren unter anderem der Zweite Bürgermeister Bernhard Neumaier, der Dritte Bürgermeister Vinzenz Schaberl  sowie die Gemeinderatsmitglieder Georg Glas, Georg Meixner und Dominikus Speer. Für beste Stimmung sorgte während der Fahrt die „Kühlwongmusi“ mit Lorenz Weber, Florian Weber, Luis Biebl und Martin Weber. Auch die Trachtler aus Höhenrain mit ihren Begleiterinnen Lena Weber und Rosi Huber waren mit an Bord und trugen bereits auf der Anreise zur besonderen Atmosphäre bei.

Ein ganz besonderer Dank gilt unserem Busfahrer René, der unsere Fahrten seit vielen Jahren zuverlässig begleitet und uns auch diesmal sicher hin- und zurückgebracht hat.


Ein Empfang, der von Herzen kam

Nach zwei Pausen erreichte die Reisegruppe gegen 13:30 Uhr Jenesien. Bereits vor dem Gemeindesaal warteten Bürgermeister Paul Romen, Schulleiter und 2. Bürgermeister Gerhard Hofer sowie zahlreiche weitere Gastgeber, um die Gäste herzlich willkommen zu heißen.

Im Gemeindesaal erwartete uns ein sehr großes Buffet mit Südtiroler Spezialitäten: frisches Brot, Speck, Käse und hervorragende Weine sorgten für einen genussvollen Auftakt. Nach den offiziellen Begrüßungsworten führte ein Rundgang durch den Ort. Dabei erfuhren wir viel über die Geschichte Jenesiens, besichtigten das historische Rathaus – ursprünglich ein mittelalterlicher Wehrturm – und bewunderten den wunderbar gelegenen und sehr schön angelegten Friedhof.

Anschließend wurden die Gäste auf ihre Unterkünfte verteilt. Besonders beeindruckend war dabei, dass Bürgermeister Paul Romen und Gerhard Hofer den Fahrdienst persönlich übernahmen und ihre Gäste direkt zu den Gastgeberfamilien brachten. Auch am Abend wurden alle wieder abgeholt, um gemeinsam einen gemütlichen und geselligen Auftakt des Wochenendes zu verbringen.

Ein Samstag voller Erlebnisse

Nach dem Frühstück traf sich die gesamte Gruppe am Haflinger-Museum. Bereits dort wartete die nächste Überraschung: ein zweites Frühstück in Form eines reichhaltigen Südtiroler Buffets ließ keine Wünsche offen. 

Bei einer Führung durch das erst kürzlich neu gestaltete Museum erhielten wir spannende Einblicke in die Geschichte der Haflingerpferde sowie in das bäuerliche Leben vergangener Generationen. Die ehrenamtlichen Museumsführer verstanden es hervorragend, Geschichte lebendig werden zu lassen. Ein Besuch dieses Museums ist jedem Südtirol-Reisenden wärmstens zu empfehlen.

Anschließend teilte sich die Reisegruppe auf:

Zwei Wandergruppen erkundeten gemeinsam mit ortskundigen Führern – unter anderem Karl aus Jenesien – die wunderschöne Saltener Hochebene mit ihren lichten Lärchenwäldern und herrlichen Ausblicken.

Höhepunkt der Wanderung war die Besichtigung der neuen Marterloch-Brücke, der mit 272 Metern längsten und rund 130 Metern höchsten Hängebrücke Südtirols, die erst im Mai 2025 eröffnet wurde. Neben ihrer beeindruckenden Architektur dient sie gleichzeitig als wichtige Wasserleitung.

Die übrigen Teilnehmer besuchten in zwei Gruppen zwei traditionsreiche Familienbetriebe.

Bei Antonia Egger, Landesbäuerin Südtirols, erhielten die Besucher interessante Einblicke in den Gemüseanbau, die Vermarktung regionaler Produkte und die tägliche Arbeit eines modernen landwirtschaftlichen Betriebs. Natürlich durfte auch hier eine herzliche Bewirtung mit Gemüsesuppe, Kuchen, Kaffee, Bier und weiteren Getränken nicht fehlen.

Ebenso herzlich wurden wir in der Tischlerei Plankl, einer der ältesten Tischlereien Südtirols, empfangen. Seniorchefin Margit Plankl und ihre Tochter Karin begrüßten die Gäste persönlich, bevor die Enkel Dawid und Elias den Familienbetrieb vorstellten. Auch hier fehlte es an nichts: Speck, Parmesan, Schüttelbrot, Grissini und ein Glas Wein rundeten den Besuch perfekt ab.

Ein unvergesslicher Festabend

Der Samstagabend bildete den Höhepunkt des gesamten Wochenendes.
Auf dem wunderschön gelegenen Festplatz unter schattigen Bäumen feierten Einheimische und Gäste gemeinsam das Musikerfest. Mit Spielplatz, Kegelbahn und Schießstand bot das Gelände beste Voraussetzungen für einen entspannten Sommerabend.
Die Musikkapelle Jenesien begeisterte mit einem musikalisch hervorragenden Konzert auf beeindruckend hohem Niveau. Anschließend sorgten die Trachtler aus Höhenrain mit dem „Mühlradl“ und einem Plattler für großen Applaus.

Es folgten die offiziellen Ansprachen. Bürgermeister Paul Romen erinnerte an die seit Mai 1990 bestehende Partnerschaft und betonte deren große Bedeutung für beide Gemeinden. Zweiter Bürgermeister Bernhard Neumaier stellte Feldkirchen-Westerham vor und bedankte sich für die außergewöhnliche Gastfreundschaft. Auch der Erste Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Dominikus Speer, zeigte sich tief beeindruckt von der Herzlichkeit, mit der die Delegation aufgenommen wurde.

Ein besonderer Blick in die Zukunft folgte anschließend: Antonia Egger wurde von der Gemeinde Jenesien offiziell mit der Koordination des Austauschs mit Feldkirchen-Westerham beauftragt. Gemeinsam soll nun ein Team gebildet werden, das die nächsten Begegnungen vorbereitet. Erste Idee ist bereits eine Teilnahme der Jenesier an der Maibaumaufstellung auf dem dann fertigen Dorfplatz in Feldkirchen-Westerham am 1. Mai 2027.

Auch der Austausch von Geschenken spiegelte die große Verbundenheit wider. Die Jenesier überreichten unter anderem eine riesige Scheibe Südtiroler Speck, Wein, Bücher über Jenesien sowie für jeden Teilnehmer ein liebevoll verpacktes Speckgeschenk.
Unsere Delegation revanchierte sich mit 90 Litern bayerischem Bier und 30 Bierkrügen. Das erste Fass wurde von Bürgermeister Paul Romen mit nur wenigen Schlägen angezapft und sofort gemeinsam verkostet – ein Moment, der sinnbildlich für die gelebte Freundschaft stand.
Bis weit nach Mitternacht wurde gemeinsam gefeiert, gelacht und getanzt.

Abschied mit Vorfreude

Am Sonntag fand zunächst ein gemeinsamer Feldgottesdienst statt. Anschließend klang das Wochenende bei einem gemütlichen Frühschoppen auf dem Festplatz aus, bevor sich die Delegation gegen 13 Uhr auf den Heimweg machte.

Gegen 17 Uhr erreichte die Reisegruppe wieder Feldkirchen-Westerham – müde, aber erfüllt von unzähligen schönen Begegnungen und Eindrücken.

Eine Partnerschaft, die lebt

Der Besuch in Jenesien hat eindrucksvoll gezeigt, dass Partnerschaften weit mehr sind als offizielle Urkunden oder gegenseitige Besuche. Sie leben von den Menschen, von offenen Türen, gemeinsamen Erlebnissen und ehrlicher Gastfreundschaft.

Unser herzlicher Dank gilt der Gemeinde Jenesien, allen Gastgeberfamilien, den zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie allen, die dieses außergewöhnliche Wochenende möglich gemacht haben.

Wir freuen uns schon heute auf das Wiedersehen – spätestens am 1. Mai 2027 in Feldkirchen-Westerham.

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